Montag, 15. September 2008

Bombenstimmung

Ich weiss nicht, wieviel in den deutschen Medien davon berichtet wird, aber in Delhi sind am Samstag Abend insgesamt 5 Bomben hochgegangen und 3 wurden entschaerft. Zu diesem Zeitpunkt befand ich mich gerade am Bahnhof auf dem Weg nach Delhi und war ziemlich geschockt.
Wir sind aber gut in Delhi angekommen und jetzt scheint die Lage wieder einigermassen normal. Gestern war es aber echt gruselig, die Strassen waren wie leer gefegt. Weil wir nicht wussten, wie sicher es auf den Strassen ist, waren wir gestern im Nationalmuseum. Danach mussten Vivi und ich uns nacheinander von Ines, Sabine, Kristina und Nick verabschieden. Das war nicht besonders schoen und ist mir auch sehr schwer gefallen- genau wie der Abschied vom Camp am Samstag...
Heute Morgen haben Vivi und ich es ganz ruhig angehen lassen und haben ausgeschlafen und im Bett gefruehstueckt. Wir wussten ja immer noch nicht, wie es in der Stadt so ist und haben die ganze Situation mit einer ordentlichen Portion Galgenhumor hinnehmen muessen. (Als ich mich gerade anziehen wollte, hoerte man von aussen einen lauten Knall... "Hey Vivi, war das jetzt ein Gewitter oder eine Bombe? Wenn das ne Bombe war, dann zieh ich mich gar nicht erst weiter an!" War zum Glueck nur ein Gewitter.) Also waren wir heute Nachmittag doch noch ein bisschen in der Stadt unterwegs und haben die letzten "wichtigen" Sachen eingekauft. Wir sassen ungefaehr eine dreiviertel Stunde bei einer Strassenhaendlerin auf dem Boden und haben so ziemlich ihren kompletten Schmuck durchprobiert. Sie war echt nett und da wir unsere indischen Dresses anhatten haben wir von ihr -und auch von vielen anderen Haendlern- einen "special discount" bekommen. War echt nochmal ein schoener tag!
Also macht euch bitte alle keine Sorgen, mir geht es gut und ich bin vorsichtig!
Aber auch die Inder schaetzen die Situation so ein, dass in den naechsten par Wochen erst einmal wieder Ruhe ist. Muss jetz aber Schluss machen, es wird langsam dunkel und da muss man ja doch nicht mehr auf der Strasse rumlaufen.
Alles liebe, bis bald

Samstag, 13. September 2008

Ich komme! (naja bald...)

Ein letzter Eintrag aus dem Camp... In 4 Stunden geht es los, mit dem Nachtzug nach Delhi. Ich habe keine Lust auf den versifften Zug und ich habe gerade auch nicht so viel Lust von hier wegzugehen. Natuerlich freue ich mich auf zu Hause, aber Bindraban war in den letzten 2 Monaten mein Zuhause und die Leute hier meine Familie. Der Abschied wird hart, aber viele der Leute werde ich hoffentlich wiedersehen. Die naechsten Tage in Delhi mit Vivi werden sicher nochmal toll und danach komme ich wahrscheinlich sehr gerne wieder ins saubere und geordnete Deutschland.
Vielleicht melde ich mich nochmal aus Delhi!

Dienstag, 9. September 2008

zurueck...

Nach einem netten Wochenende in Shimla, der Hauptstadt von Himachal Pradesh, bin ich wieder gut im Camp angekommen. Mein letzter Eintrag hat sich wohl frustrierter angehoert als er gemeint war... Ich habe Indien so lieb gewonnen in den letzten 7 Wochen, dass ich schon jetzt weiss, dass dies nicht meine letzte Reise dorthin war. Die wunderschoenen Berge, die ich von meinem Fenster aus sehen kann, werden mir genauso fehlen wie die lieben Menschen und meine Arbeit. Dikhsha hat sich gestern riessig gefreut, als ich wieder kam und wollte mich gar nicht mehr loslassen. Ich gehe mit ihr jetzt jeden Tag in der Naehe der Schule spazieren und sie entdeckt immer etwas Neues. Es ist so toll zu sehen, wie sie Fortschritte macht, auch wenn sie nur ganz klein sind. Zum Beispiel kann sie jetzt, nachdem ich ihr eine Art Quietscheente gekauft habe, viel besser ihre Haende kontrollieren und Gegenstaende greifen. Heute war ich trotzdem ein bisschen sauer auf sie. Sie hat sich in ihre Hose gepinkelt und waehrend ich ihre Unterhose ausgewaschen habe, ging sie im Bad auf Entdeckungstour. Unser "Vorgaenger" hatte anscheinend die Toilette nicht heruntergespuelt und Dikhsha fand es ganz faszinierend, mit ihrer Hand darin herumzuplanschen und den Inhalt im gesamten Raum zu verteilen. Das fand ich wirklich nicht witzig, aber ich bin jetzt schon ganz gut abgehaertet! Gerade war ich nochmal bei meinem Schneider und habe mir ein paar meiner Sachen flicken lassen und noch Stoff fuer ein Sarioberteil vorbeigebracht. Die Frauen dort sind immer so herzlich zu mir und freuen sich sehr wenn ich vorbeikomme. Jetzt geht es mit dem Tuktuk zurueck ins Camp und vielleicht werde ich heute sogar schon anfangen, meine Sachen zu sortieren und zu packen, denn meine Tage hier sind jetzt schon wirklich gezaehlt...
PS: Meinem Magen und Finger geht es wieder gut und ich befinde mich nicht in dem Ueberschwemmungsgebiet, von dem in den Medien berichtet wird. Im Gegenteil: der Monsun ist vorbei und wir haben herrlichen Sonnenschein!

Mittwoch, 3. September 2008

Chandigarh

Ich melde mich jetzt einmal kurz aus einem zwielichtigen Internetcafe in Chandigarh. Das ist die sauberste Stadt in ganz Indien und auch die einzige, die auf dem Reissbrett entworfen wurde. Weil es so schoen westlich ist und sehr an zu Hause erinnert, fuehle ich mich hier sehr wohl. Ausserdem tut es echt gut, dem ganzen Dreck des restlichen Indiens fuer ein paar Tage zu entfliehen. In den letzten Tagen haben wir vor allem viele Gaerten und Parks besichtigt und gut gegessen. Gestern haben wir uns noch die Gebaeude angesehen, in denen sich die Regierung von Punjab und Haryana befindet. Bevor wir hierher gekommen sind, waren wir in Amritsar. Diese Stadt ist fuer den Goldenen Tempel bekannt, das oberste Heiligtum der Sikhs. Am Tempel herrscht eine ganz wunderbare Atmosphaere, es sind dort hauptsaechlich Pilger und nur sehr wenige auslaendische Touristen, man merkt irgendwie, dass der Ort etwas ganz besonderes ist. Morgen geht es mit der Schmalspur-Bergbahn nach Shimla, das bedeutet, dass ich mich dann wieder in meinem geliebten Himachal Pradesh befinde. Ich hoffe, mein Magen haelt durch, denn es hat mich jetzt gegen Ende wohl doch noch erwischt. Ansonsten geht es mir ganz gut. Gestern hat mich irgendein sehr seltsames Insekt in den Finger gestochen, der jetzt extrem dick ist, aber das geht wohl wieder vorbei.
Liebe Gruesse

Freitag, 29. August 2008

Reise

Morgen faehrt unsere Gruppe nach Amritsar, um den beruehmten goldenen Tempel zu besichtigen. Und wenn wir schon mal in Punjab sind, haben Sabine, Kristina und Nick uns gedacht, koennten wir uns dort auch noch ein bisschen was anderes ansehen. Und deshalb sind wir naechste Woche nicht im Camp, sondern ein bisschen unterwegs bevor wir uns am Wochenende mit ein paar anderen in Shimla treffen.
Bin schon gespannt, wie das alles wird und werde berichten!

Mittwoch, 27. August 2008

Neue Arbeit

Wie bereits erwaehnt, arbeite ich jetzt in der Schule fuer geistig behinderte Kinder. Ich bin dort mit 4 anderen Volontaeren- Laura aus Deutschland, Catriona aus Schottland, Katherine aus England und Simon aus Daenemark. Jeder von uns hat ein Kind zugeteilt bekommen, welches wir jeweils fuer 1 Stunde unterrichten. Ich hatte grosses Glueck, denn ich darf mit dem einzigen Maedchen in der Schule arbeiten, die obendrein erst 5 ist und ich somit mit ihr eigentlich die ganze Zeit nur spiele. Sie heisst Dikhsha und ist ein wunderschoenes kleines Maedchen mit riessengrossen Augen, der man auf den ersten Blick ueberhaupt nicht ansieht, dass sie behindert ist. Ich habe sie sofort ins Herz geschlossen und einer der indischen Lehrer meinte, dass sie mich ganz offensichtlich auch liebt, denn sie ist nicht immer so zutraulich und brav. Es ist hier anscheinend schon eine echte Besonderheit, wenn ein Maedchen die Moeglichkeit bekommt, in eine solche Einrichtung zu gehen, denn normalerweise sind dort nur Jungs. Mich wuerde es sehr interessieren aus welchen familiaeren Verhaeltnissen sie stammt und wenn es klappt, dann besuche ich naechste Woche zusammen mit dem Lehrer ihre Eltern. Mein Ziel fuer die naechsten 2 1/2 Wochen ist es, ihr etwas feinmotorisches Gespuer beizubringen, denn sie kann ihre Haende nur sehr schwer kontrollieren. Nach dieser einen Stunde "Untericht" gehen alle Kinder aus der Schule -es sind insgesamt ca. 30- zusammen in einen anderen Raum um zusammen zu spielen. Das sieht dann so aus, dass es dort extrem laut ist, viele Baelle in der Luft herumfligen und 20 Kinder wie wild durch den Raum rennen. Dikhsha wurde heute 2 Mal umgerannt und deswegen habe ich sie danach die ganze Zeit auf meinem Arm herumgetragen. Sie ist sehr duenn und sehr leicht und auch erst 85cm gross. Ansonsten hat sich bei mir nichts veraendert.
Schicke euch allen liebe Gruesse nach Hause!

Samstag, 23. August 2008

Affen

So, ich nutze nochmal die Gelegenheit, von hier im Camp ungestoert ins Internet zu gehen, denn morgen kommen 27 neue Volontaere und dann wird es hier wieder voll sein. Meine Arbeitswoche war eigentlich ganz normal. In der Sughar School war ich die einzige Volontaerin, aber es waren auch nicht mehr so viele Kinder da, denn in den Privatschulen hat der unterricht bereits begonnen. Es hat mir aber total viel Spass gemacht und die kinder waren diese Woche so richtig suess. Am Mittwoch wurden wir von einer ca 15-koepfigen Affenherde ueberfallen und ich hatte echt Angst, aber als ein paar Jungs mit den Badmintonschlaegern auf sie zugelaufen sind, sind sie zum Glueck abgehauen. Am Donnerstag hatte ich leichtes fieber, aber nun geht es mir wieder gut und ich konnte am Freitag auch schon wieder in die Schule gehen. Da habe ich mich dann von meinen Kids verabschieden muessen und ich habe von ihnen Blumen und ganz liebe selbst gebastelte Karten bekommen. Es war schon ziemlich traurig... Gestern und heute war ich mit Kristina und Vienna mal wieder in McLeod Ganj. Diesmal sind wir dorthin mit dem oeffentlicen Bus gefahren, was mal wieder ein Abenteuer fuer sich war. Vor einem Monat waere ich nie in so ein Ding eingestiegen, aber mittlerweile ist auch das ganz normal- alles Gewohnheitssache. Waehrend dem Abendessen in McLeod hat uns ein tibetischer Moench ein Flugblatt mit dem titel "Chinese Government's immeasurable lie!" in die Hand gedrueckt. Wir haben es gleich gelesen und er hat uns unterdessen die ganze Zeit beobachtet. Spaeter stellte sich heraus, dass er Ven. Baghdo war, Autor einiger Buecher und ausserdem 4 Jahre in chinesischer Gefangenschaft. Als er gerade gehen wollte, habe ich ihn angesprochen, denn ich fand seine Geschichte einfach total interessant. Wir haben uns dann noch sehr lange mit ihm unterhalten und es war echt ergreifend, was er so von seinem Leben berichtet hat. Er hatte gestern Morgen erst das Gefaengnis in Delhi verlassen, wo er fuer kurze Zeit war, da er (wieder einmal) bei einer Demonstration verhaftet wurde. Ausserdem ist er auf der ganzen Welt unterwegs, um dort seine Reden zu halten. Er war auch schon recht oft in Deutschland.
Das war wirklich ein Erlebnis...
Und dann haben wir heute noch ordentlich eingekauft und waren im Tibet-Museum.
Sonst gibt es von mir nicht mehr so viel zu berichten...
Viele gruesse

Dienstag, 19. August 2008

neue Woche

Wieder eine neue Woche hier, die Zeit vergeht so schnell...
Am letzten Wochenende ist ein Teil der Volunteers abgereist, darunter auch unsere liebe Josi. Der Abschied fiel mir ziemlich schwer, aber wir konnten uns am Sonntag mit einem tollen Ausflug ablenken. Wir haben bei wunderschoenem Sonnenschein einen Felsentempel und das Kangra Fort besichtigt. Beides liegt ganz idyllisch in einer tollen Landschaft und ich wurde ganz andaechtig, als ich so auf das alles sah. Echt traumhaft schoen... Es gibt bei mir zwei Neuerungen.
1. ich musste umziehen ins "Girl's Palace" (500m von meinem vorherigen Zimmer entfernt und sogar ein bisschen schoener
2. ich werde auch mein Projekt wechseln muessen, da mein Einsatzort Sughar School mit Beginn des neuen Schuljahres geschlossen wird. Und das ist naechsten Montag. Ich bin schon ein bisschen traurig, da mir diese kinder so ans Herz gewachsen sind... Aber ich freue mich auch auf mein neues Projekt in einer Schule mit Wohnheim fuer geistig behinderte Kinder. Bin schon sehr gespannt!
Mein Nachmittagsprojekt werde ich komplett an den Nagel haengen sobald die neuen Volunteers da sind, damit ich am Nachmittag mir noch ein bisschen die Umgebung von Palampur ansehen kann. Auch das tut mir ein bisschen leid, denn mittlerweile werde ich von den Kindern mit einem Kuesschen auf die Wange verabschiedet und sie machen schon grosse Fortschritte. ich lerne von ihnen sogar ein bisschen Hindi und meistens verstehen sie mein hindi, wenn ich einfache Dinge wie "Setzt euch hin." oder sowas sage.
Freue mich auf eine ordentliche Portion Bratwuerste mit Sauerkraut und Schwarzbrot zu Hause! (an dieser Stelle viele Gruesse an Mami!)
eure Katha

Freitag, 15. August 2008

Donnerstag, 14. August 2008

Trekking

Okay, Versuch Nummer Zwei...
Habe gerade schon einmal geschrieben und dann hat sich der Computer aufgehaengt... Grrr.
Also, das Trekking war echt der Hammer nd hat sich wirklich gelohnt. Unser Aufstieg bis ganz hoch zum Gipfel auf 3200 Metern dauerte insgesamt 8 Stunden und war sehr anstrengend und auch die Nacht auf der huette war alles andere als erholsam, aber die Aussicht die man dort oben hatte, hat wirklich alles entschaedigt. Ich sass eine Stunde einfach nur da und war von allem total ueberwaeltigt. Und dann erst der Sonnenuntergang... Oder der Sternenhimmel... Und der Regenbogen... Es war alles so friedlich und still und natuerlich.
Meine Arbeitswoche war eigentlich ganz normal, die Kinder kenne ich mittlerweile alle beim Namen, was auch sehr von Vorteil ist. Morgen ist Independence Day, das bedeutet, dass wir nicht zur Arbeit muessen und unseren letzten Tag als Gruppe geniessen koennen, denn am Samstag fahren alle Volunteers, die nur fuer 4 Wochen hier sind. Und dann heisst es Abschied nehmen, das faellt mir bei manchen Leuten wirklich schwer. Aber gleichzeitig bedentet das auch, dass nun die Haelfte meines Aufenthaltes vorbei ist.
Manchmal denke ich schon an Zuhause und dann wuensche ich mir erst mal ein fettes Schnitzel mit Pommes. Obwohl ich eigentlich kein Fleisch mag, aber manchmal fehlt es schon...
nun sehe ich uebrigens schon echt indisch aus, denn ich habe mir gestern meine Sachen vom Schneider geholt und ausserdem ein Henna-Mandala auf der Hand. Diese Woche habe ich auch beim Yogakurs mitgemacht. Am anfang fand ich das ziemlich laecherlich, wenn der Lehrer immer mit seinen Gesaengen angefangen hat, aber es ist wirklich entspannend.
Wuensche euch allen eine gute Zeit, postet fleissig weiter, denn ich freue mich ueber eure Kommentare.
Liebe Gruesse

Mittwoch, 6. August 2008

nur mal kurz...

So, ich bins mal wieder... Ich mache jetzt nur mal schnell einen Eintrag, weil ich nicht weiss, wann ich mal wieder die Gelegenheit dazu habe-wahrscheinlich erst naechste Woche. Denn am Freitag nach dem Mittagessen brechen wir auf nach McLeod Ganj, von dort aus startet unsere 2-taegige Himalaya-Trekkingtour. Bin schon ganz gespannt und freue mich auf eine wunderschoene Aussicht-vorausgesetzt, wir haben schoebnes Wetter. Bin gerade in einem recht sympathischen Internetcafe und wenn ich hier fertig bin, werde ich einmal einen Schneider (nein, nicht Alex, sondern einen echten Schneider - *Flachwitz*) aufsuchen und mir neue Arbeitskleidung machen lassen, denn bis jetzt habe ich nur ein typisch indisches Outfit und das ist ein bisschen wenig.
Freue mich immer noch sehr ueber eure aufmunternden und lieben Kommentare,
Kuesschen
ps: ihr koennt ja mal auf Viennas Blog schauen:
www.viennazoglowek.wobistdujetzt.com

Dienstag, 5. August 2008

alltag

Hallo meine Lieben!
Eine neue Woche hat begonnen (schon meine dreitte hier in Indien, die Zeit vergeht so schnell) und ich bin gestern hochmotiviert gestartet. Es war wunderschoenes Wetter und die Kinder waren auch total nett. Heute war es wieder ganz normal, von der Arbeit gibt es nicht besonders viel zu berichten, ausser dass die indischen Kinder im Vergleich zu den deutschen viel anstrengender sind. Sie koennen aber auch viel mehr einstecken, so nach dem Motto "der staerkere gewinnt', das ist hier ganz normal. Heute hat ein Maedchen einen Basketball mit voller Wucht ins Gesicht bekommen. Bei uns waehre das Geheule gross gewesen, aber sie hat keine Miene verzogen. Das hat auch etwas fuer sich, dass die Kids noch nicht so verweichlicht und verwoehnt sind.
Zwei typisch indische Geschichten wollte ich euch nicht vorenthalten. Die erste ist mir in Jaipur auf dem Markt passiert und findet bereits Erwaehnung in Viennas Blog. Also, ich bin nichtsahnend mit den Maedels im Bazar gestanden und wir haben unsere Einkaeufe in unseren Taschen verstaut. Ploetzlich wurde ich von etwas angerempelt, die Inder um mich herum haben mich schon richtig boese angesehen und Josi hat mich schnell auf die Seite gezogen. Da bummelte doch tatsaechlich eine (heilige) Kuh den Bazar entlang, und anstatt sie zu verscheuchen, machen die Inder noch ehrfurchtsvoll Platz!

Vor ein paar Tagen ist uns aufgefallen, dass unser Ventilator im Zimmer gefaehrlich weit unten haengt und auch eigentlich nur noch von den Stromkabeln gehalten wird und die gesamte Verkleidung lose herunter haengt. Wir haben das dem Office gemeldet und gestern kam dann ein Mitarbeiter von Idex, um den Ventilator wieder aufzuhaengen. Zuerst versuchte er, die Aufhaengung mit Schrauben (!) an die Decke zu haemmern. Ich muss wohl kaum mehr erwaehnen, dass dieser Versuch scheiterte... Anschliessend hat er bei einem Neuen Versuch 3 Naegel schief reingehauen, woraufhin der Ventilator wieder herunter gekracht ist. Dann ist er zurueck ins Office gefahren und ich dachte, er holt jetzt eine Bohrmaschine. Aber er kam mit noch einem zweiten Mitarbeiter und einer Rolle Klebeband zurueck. So haben sie den Ventilator dann aufgehaengt. Ich gebe der Konstruktion noch 2 Tage, dann ist er wieder unten... Und das beste war die Aussage des Idex-Menschen zu seiner Wahnsinnstat: "That's not such a good fixing!"

Aber auch an sowas gewoehnt man sich.
Heute ist es wieder sehr regnerisch. Eigentlich regnet es bei uns jeden Tag. Manchmal nur eine halbe stunde, ein andermal dafuer 24 Stunden am Stueck. Und der Regen ist dann wirklich heftig, das Wasser fliesst in Stroemen die Strasse herunter und nach nur 3 Sekunden im Regen ist man von oben bis unten aufgeweicht. Aber Ende August soll der Monsun dann zu Ende sein.

Das wars mal wieder, viele Gruesse

Samstag, 2. August 2008

Tibet

Hey ihr!
Ich nutze gerade das freie Wochenende, an dem fast keiner im Camp ist, um euch von meinem Trip nach Tibet zu erzaehlen. Naja, ich war nicht wirklich in Tibet, aber es hat sich zumindest so angefuehlt...
Wir sind naemlich heute zu sechst nach McLeod Ganj gefahren, das ist der Ort, an dem sich die Exilregierung Tibets befindet und es ist wirklich wunderschoen. Ueber die vielen Paesse haben wir fuer die gut 35km ganze 1,5 Stunden gebraucht und mein Magen wurde ordentlich durchgeschuettelt, aber es hat sich wirklich gelohnt. In McLeod Ganj laufen ganz viele tibetische Moenche herum und man kann dort fuer sehr wenig Geld echt tolle Sachen kaufen. Auf der Fahrt nach McLeod ist mir bewusst geworden, dass ich hier nun wirklich ganz angekommen bin und Indien schon sehr lieb gewonnen habe. Das war an meinen ersten Tagen noch ganz anders... Morgen werden wir endlich einmal faul sein und vielleicht kommt ja die Sonne heraus und wir koennen unsere Dachterrasse geniessen. Bis jetzt habe ich von der indischen Sonne hier oben erst sehr wenig mitbekommen.
Machts gut, bis demnaechst!

Freitag, 1. August 2008

Erste Woche

"Zum Reisen gehoert Geduld, Mut, guter Humor, und dass man sich durch kleine Zufaelle, boeses Wetter, schlechte Kost und dergleichen nicht niederschlagen lasse. Dies ist doppelt zu empfehlen, wenn man einen Gesellschafter bei sich hat, denn nichts ist langweiliger und verdriesslicher als mit einem Manne zu reisen, der stumm und muerrischer Laune ist, ueber Dinge jammert, die nicht zu aendern sind und in jedem kleinen Wirtshause so viel Gemuetlichkeit, Wohlleben und Ruhe fordert, als er zu Hause hat." -Adolph Knigge

Diesen Spruch habe ich in einem Buch hier gefunden und er ueberschreibt ganz gut meine Zeit hier in Indien. Das Wetter ist wirklich boese, denn es regnet jeden Tag und das nicht nur ein bisschen. Am Morgen kommt aber ab und zu die Sonne heraus und dann ist es sehr heiss. Ich weiss nicht, ob ich es bereits erwaehnt habe, aber die Berge um mich herum sind einfach wunderschoen. Als schlecht kann man das Essen nicht bezeichnen, es ist wirklich lecker, nur jeden Tag annnaehernd das Selbe: Reis, Gemuesesosse und Fladen. Doch auch dadurch lasse ich mich nicht niederschlagen, denn ich bin ja nicht (nur) zum essen hierher gekommen. Ausserdem habe ich hier wirklich tolle und freundliche Menschen um mich herum und lerne jeden Tag dazu (sei es Englisch, Indien oder etwas voellig anderes). Meine erste Arbeitswoche war sehr angenehm, ich schreibe euch jetzt mal meinen typischen Tagesablauf auf:
7.00 aufstehen, duschen, fruehstuecken
9.00 Abfahrt zur Sughar School
9.10 Ankunft an der Schule, wir werden bereits sehnlichst von den Kindern erwartet
zuerst spielen wir ein bisschen, dann ueben wir Englisch oder Mathe und anschliessend
wird gemalt oder getobt
12.00 Fahrt zurueck zum Camp
13.00 Mittagessen, anschliessend etwas Pause oder vorbereiten des Vormittagsunterrichtes
fuer den nachsten Tag
15.00 Abfahrt Ramchock School
15.15 bis 16.15 Englischkurs mit meinen 5 Kids (wir sprechen ueber einfache Sachen, wie Wetter
Tiere, Farben oder aehnliches, manchmal kommt auch mein "Bauernhindi" zum Einsatz
und meistens verstehen mich die Kinder sogar
16.30 Relaxen, Internet checken, schlafen, einkaufen,...
oder Nachmittagsunterricht fuer den naechsten Tag vorbereiten
19.00 Abendessen, danach etwas fernsehen mit den Anderen oder eine lustige Session mit
meinen Maedels auf unserem Zimmer
spaetestens 22.30 Schlafen

Liebe Gruesse,
ich melde mich bald wieder, mir geht es jetzt sehr gut hier!
Eure
Ma'am Katie (so heisse ich bei den Kindern)

Montag, 28. Juli 2008

Himachal

Hallo meine Lieben!
Endlich habe ich mal wieder die Gelegenheit, was von mir hoeren zu lassen... Vielen Dank fuer eure ganzen netten Posts, ich freue mich immer sehr ueber jeden kleinen Kontakt nach Deutschland. Es tut mir sehr leid, dass ich im Moment nicht auf die Mails antworten kann, da wir hier in unserem Camp nur 2 extrem langsame Computer fuer 40 Leute haben und es reicht jetzt eben gerade mal, um was in meinen Blog zu stellen. Also kommunuziert mit mir am Besten so- es ist fuer mich auch am einfachsten!
Okay, es gibt mal wieder viel spannendes zu berichten. Ich glaube, dieser Trip ist fuer mich eine ganz wichtige Erfahrung, die ich schon jetzt nicht missen moechte. Nach einem kleinen Stimmungstief in den letzten beiden Tagen (aber wirklich nicht schlimm, keine Sorgen!) bin ich wieder bei bester Laune und fuehle mich hier sehr wohl. Die anderen sind total nett und irgendwie haben wir doch alle die selben Aengste und Probleme. So, nun mal der Reihe nach...
Am Freitag haben wir uns von unserer total lieben indischen Gastfamilie verabschiedet und haben uns auf den Weg nach Agra gemacht, der Stadt, in der das "Monument unvergaenglicher Liebe" steht. Die Rede ist natuerlich vom weltberuehmten Taj Mahal. Die Fahrt nach Agra war ebenfalls ein Abenteuer, denn die Strassenverhaeltnisse sind keinesfalls mit denen bei uns zu vergleichen-nicht einmal im Ansatz. Wir haben fuer die gut 200km ganze 8 Stunden gebraucht, bis wir endlich ankamen. Am naechsten Morgen haben wir das Taj mahal dann besichtigt, es ist wirklich wunderschoen und ein ganz besonderer Ort, aber ich habe es mir irgendwie groesser vorgestellt. Direkt nach dem Besuch und einem bescheidenen indischen Fruehstueck ging es weiter Richtung Delhi. Die Fahrt dorthin war aehnlich katastrophal, aber "man gewoehnt sich an alles" (unser Lieblingsspruch in den letzten Tagen). Von Delhi aus, nahmen wir einen Nachtzug in irgendein kleines Kaff, 4 Autostunden von Palampur entfernt. All das war, wie ihr sicher vermutet, ebenfalls sehr abenteuerlich. Und jetzt wohne ich hier in einem suessen kleinen Ort in der Naehe von Palampur auf 1500 Metern Hoehe mitten im Himlaya. Es ist wunderschoen, allein von der Landschaft hier und auch die Menschen sind sehr freundlich. Ich wohne mit Vivi, Josi und Kristina in einem kleinen Haeuschen hier im Ort und wir geniessen sogar den Luxus eines Duschkopfes und einer europaeischen Toilette (das alles ist hier eine echte Seltenheit). Heute haben wir uns die verschiedenen Einsatzbereiche angesehen, und ich werde fuer die naechsten Wochen vormittags in einer kleinen Schule arbeiten und dort in einer 3. und 4. Klasse Englisch und Mathe unterrichten. Nachmittags gebe ich einen 1,5 stuendigen Englischkurs fuer aeltere Jugendliche. Es ist auch genau das, was ich machen wollte und ich bin sehr gespannt auf die Arbeit. Morgen geht es los...
Werde mich irgendwann in ein paar Tagen wieder melden, wenn es sich gerade ergibt.
Alles Liebe

Donnerstag, 24. Juli 2008

elefanten...

Namaste!
Ich bins mal wieder... Moechte nur kurz meinen Tag zusammenfassen (denn bei mir ist es schon 7 uhr), denn wir haben wieder viel erlebt. Fuer uns ging es heute morgen um halb 8 los zum Amber Fort, das ist ein wahnsinnig grosser und prachtvoller Palast, der mittlerweile von Touristen ziemlich ueberlaufen ist. Das absolute Highlight war der Ritt auf einem Elefanten den Berg nach oben zum Palast. Es hat einfach nur wahnsinnig geschaukelt und Sabine und ich haben uns halb totgelacht. Heute nachmittag aren wir auf dem Basar und Vivi, Josi und ich wollten uns unbedingt indische Kleidung kaufen. Wir haben ein total suesses Geschaeft erwischt, die ausserdem noch sehr faire Preise hatten. Ich habe fuer eine Hose, einen Rock und ein Oberteil gerade einmal 15 Euro bezahlt und es gefaellt mir auch noch richtig gut. Hoffentlich wird man mit "appropriate clothing" nicht mehr die ganze Zeit so angestarrt. (Mami, ich bin froh, dass ich das lange weisse weite uralte Oberteil von dir mitgenommen habe-ich schwitze zwar sehr, aber man fuehlt sich darin vor den Blicken etwas besser geschuetzt) Wir sind hier naemlich eine echte Attraktion. Heute hat uns eine Familie gefragt, ob sie mit uns ein Foto machen duerfen und zwei Maedels in unserem alter, die wir im Schuhladen trafen fuehlten sich total geehrt als wir mit ihnen sprachen. Was ich auch noch erzaelen wollte, ist, dass die Inder einfach nur wie die Gestoerten Auto fahren. Und das kann man sich auch gar nicht vorstellen, wie es hier zur Rush Hour abgeht, wenn man das nicht live erlebt hat. Ein riessiges Gewuehle von Fahrraedern, Fahrradrikschas, Autorikschas, Pferdegespannen, Bussen, Lastwagen und Autos. Man ueberlegt es sich echt zweimal, ob man jetzt unbedingt die Strasse ueberqueren muss. Besonders weil, sobald man nur einen Fuss auf die Strasse setzt, sofort ein Rikschafaher angefahren kommt und einen unbedingt chauffieren moechte. Und die sind wirklich dermassen penetrant. Genauso wie bettelne Kinder oder
Menschen, die uns irgendwas verkaufen moechten. Man kann sie eigentlich nur abwimmeln, indem man sie ignoriert, ansonsten laufen sie einem ein paar hundert Meter lang hinterher. Wir sind dann auch schon oefters in eine Nobalboutique gefluechtet. In solche Laeden koennte ich daheim keinen Fuss reinsetzen und hier werden wir mit offenen Armen empfangen, da wir Westler sind und hier automatisch als reich gelten. Ich mache jetzt mal wieder Schluss. Morgen verabschieden wir uns von unserer Gastfamilie und fahren nach dem Mittagessen nach Agra, wo das Taj Mahal steht. Das besichtigen wir dann uebermorgen, bevor es dann mit einem Nachtzug weiter nach Himachal Pradesh geht. Von dort aus werde ich mich wieder melden.
Liebe Gruesse

Mittwoch, 23. Juli 2008

puuh

Hallo ihr Lieben!
Ich sitze gerade in irgendeinem Hinterhof-Internetcafe in Jaipur und zahle fuer eine Stunde Internet umgerechnet nicht einmal 50 Cent.
Nach einem recht traenenreichen und doch ziemlich harten Abschied von Alex, Johannes und meinen Eltern, hatte ich einen tollen Flug. Das Essen (mein erstes Indisches) war total lecker und ich habe mich die ganze Zeit mit Vienna, einem Maedel auch gerade mit mir hier sitzt unterhalten. Bei der Landung in Delhi waren wir beide erst mal geschockt. Ich hatte es mir schon schlimm vorgestellt, aber es ist noch viel krasser. Wir haben dann im Hotel uebernachtet (ich habe circa eine Stunde geschlafen) und sind am naechsten Morgen mit dem Bus weiter nach Jaipur gefahren. Meinen ersten Kontakt mit der Armut hatte ich bereits beim Einsteigen in den Bus. Es kam ein echt suesses kleines Maedchen zu uns und hat gebettelt, unsere Schuhe zu putzen. Diese kleinen Kinder, die mitten in dem ganzen Dreck leben muessen, haben mir so schrecklich Leid getan. Auch waehrend der 7-stuendigen Busfahrt habe ich wenig angenehmes gesehen. Immer nur Dreck und Elend und total viel Muell. Jetzt sind wir in Rajastan, genauer gesagt in Jaipur und haben unsere "Orientation". Und die haben wir auch bitter noetig... Vienna, Josi und ich wohnen bei einer indischen Gastfamilie, die fuer indische Verhaeltnisse ziemlich gut lebt. Fuer uns ist es trotzdem noch eine totale Umstellung, besonders das Bad war fuer uns dann doch sehr ungewohnt. Ausserdem baut die Familie im Moment um und wir konnten seit unserer Ankunft noch nicht duschen. Und das bei diesen Temperaturen!!!
Heute morgen hatten wir einen kleinen Hindi-Sprachkurs und anschliessend wurden uns Regeln und Sehenswuerdigkeiten rund um unseren Projektstandort in Palampur erklaert. Nach einem kurzen Mittagessen (bis jetzt haben wir nur vegetarisches und sehr scharfes Essen bekommen, was ich aber zum Glueck ganz lecker finde...) wurden uns die verschiedenen Einsatzbereiche erklaert. Wir werden 2,5 Stunden am Vormittag und 2 Stunden am Nachmittag arbeiten- in 2 verschiedenen Projekten. Wer was macht, entscheiden wir erst in Palampur.
Im Grossen und Ganzen geht es mir sehr gut, ich esse recht wenig, weil man bei der Hitze einfach keine Lust zum Essen hat und auch mit dem Schlafen habe ich mich noch nicht so umgestellt. Wir sind hier ja 3,5 Stunden der Europaeischen Zeit voraus und ich bin abends noch nicht muede, dafuer aber morgens umso mehr. Ausserdem kann ich ewig nicht einschlafen, weil ich so viel verarbeiten muss. Aber ich habe eine ganz tolle Folge Bibi und Tina auf dem iPod (danke, Alex) und dann geht das schon.
Viel Gruesse, ihr fehlt mir
eure Katha

Freitag, 4. Juli 2008

Bald...


So langsam aber sicher wirds ernst...
Habe jetzt bald sämtliche Impfungen (Tollwut, Hepatitis, Typhus usw) überstanden und auch andere wichtige Ereignisse, wie der Abiball, sind nun vorbei. In gut zwei Wochen gehts los uns ich bin schon ein bisschen aufgeregt. Mache jetzt mal einen Test, ob ich das hinbekomm, Bilder hochzuladen, damit ich euch in Indien mit Fotos versorgen kann.
PS: Ich erwarte von euch viele Kommentare, während ich in Indien bin!

Donnerstag, 1. Mai 2008

Welcome

Hallo! Schön, dass du dich auf meinen Blog verirrt hast!
Im Moment gibt es von mir noch nicht besonders viel zu erzählen, das wird sich aber ändern, sobald ich in Indien bin.
Am 21. Juli geht's los...